Selbstmotivation: Wie du Dinge erledigst, ohne dich anzustrengen

Manche Tätigkeiten machst du einfach gerne. Du bekommst kein Geld dafür, kannst dich stundenlang damit befassen und wirst dabei nicht müde.

Ich meine damit nicht, den ganzen Abend vor dem Fernseher zu verwesen. Es geht um Beschäftigungen, bei denen wir Freude empfinden und unsere Energie unerschöpflich scheint.

Mir geht es beim Filmen so. Der Tag  kann nicht lang genug sein, wenn ich filme und die Videos bearbeite.

Ich bin motiviert und habe fast immer Lust drauf.

Ganz anderes sieht das mit Hausarbeit aus: Staubsaugen, Geschirr abwaschen, Wäsche machen – diese Zeit würde ich gerne überspringen.

Der Unterschied liegt in der Motivationsquelle.

In diesem Beitrag möchte ich dir Zeigen, welche Wunder Selbstmotivation vollbringen kann und wie du sie entdecken kannst.

Lesezeit: ca. 10 Minuten

Was ist Motivation?

Bleibe ich für immer motiviert, wenn mich Motivationsguru Anthony Robbins zwischen seine Pranken nimmt, schüttelt und mir Motivationssprüche ins Gesicht brüllt?

Was versuchen die vielen Teilnehmer zwischen traurigen Lebensgeschichten und den Massengespringe seiner Veranstaltungen zu finden?

Um zu verstehen, was uns überhaupt antreibt, muss man Motivation erstmal verstehen.

Unser Motor, die Motivation

Wenn du motiviert bist, dann bist du bereit zu handeln. Manche starten ihre Handlung mit einem „Tschakka!“, Menschen ohne ADHS fangen einfach an.

Kurz gesagt: Motivation gibt dir Kraft, dein Bedürfnisse zu befriedigen und deine Ziele zu erreichen.

Blöd wenn deine Liebsten dir sagen, du solltest lieber die Finger von deinen großen Plänen lassen. Dann wird dein Tschakka zu einem verkümmerten Wimmern.

Auch ein Kater von letzter Nacht lässt dich wimmern. Statt Energie, überkommen dich Magen- und Kopfschmerzen.

Klappt es und du willst wirklich etwas unternehmen, dann durchläufst du 3 Phasen:

Bedürfnis -> Aktion -> Befriedigung

Das läuft dann so ab: Du bekommst Lust auf einen Burger, du gehst zu Burger King und der Burger breitet sich in deinem Magen aus — womöglich bereust du das hinterher 🙂

Dasselbe passiert auch, wenn du deinen Abschluss machen willst. Du willst Erfolg, machst ein Studium und bist dann erfolgreicher Absolvent.

Du bist von etwas motiviert.

Aber warum machen wir überhaupt irgendetwas? Warum wollen wir erfolgreich, reich oder satt sein?

Befriedige deine Grundbedürfnisse

Jeder Mensch hat Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen. Motivation hilft dir dabei. Die folgenden Modelle versuchen diese Bedürfnisse zu fassen:

Du hast bestimmt schon mal von der Bedürfnispyramide von Maslow gehört. Diese folgt einer Hierarchie:

Die Bedürfnispyramide von Maslow

Nur wenn deine physischen Grundbedürfnisse gesichert sind, verfolgst du jene nach Sicherheit, und erst wenn diese befriedigt sind, wendest du dich deinen psychischen Bedürfnissen zu, usw.

Dieses Modell enthält jedoch viele wissenschaftliche Lücken. Ein besseres liefert Klaus Grawe. Er grenzt das ganze auf vier Grundbedürfnisse  ein:

  • Bindung: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Jeder möchte Bezugspersonen und Mitmenschen auf die er sich verlassen, sich mit ihnen austauschen und verbinden kann.
  • Kontrolle/Selbstbestimmung: Ohne Gestaltungsmöglichkeiten fühlt sich niemand wohl. Jeder möchte über sich selbst bestimmen und sich entfalten. Man benötigt Orientierung und will nicht ständig in Ungewissheit leben.
  • Selbstwert: Wir sehnen uns alle nach Wertschätzung. Dadurch fühlen wir uns gut. Es spornt uns zur Weiterentwicklung und zum Lernen an.
  • Lust/Unlust: Wir suchen positive Erfahrungen und vermeiden negative so gut es geht. Durststrecken, auf denen wir negatives erleben, können wir überdauern, solange am Ende des Regenbogens etwas Positives auf uns wartet.

Erst wenn diese Grundbedürfnisse ausgeglichen sind, geht es uns gut.

Damit wir in die Gänge kommen, benötigen wir Motivation.

Doch hinter jedem Tun stehen verschiedene Motive.

Tätigkeitszentrierte Motivation (Intrinsische Motivation)

Nicht immer muss dich dein Boss anbrüllen, damit du deine Arbeit erledigst. Antrieb kann auch von innen kommen. Du machst es nicht immer, um jemanden zu gefallen oder für den Applaus.

Du macht es aus Freude an der Sache.

Im Idealfall entspricht die intrinsisch motivierte Aktivität genau deinen Fähigkeiten.

Ich hoffe, du hast das Gefühl schon mal erlebt, wenn die Zeit davonzufliegen scheint und du in deiner Arbeit aufgehst.

Diesen Zustand nennt man Flow — du bist kreativer, erbringst Höchstleistungen und bist einfach nur gut drauf.

Motivation von außen (Extrinsische Motivation)

Bei der extrinsischen Motivation, kommt der Sinn von außen. Hier läuft der Hase der Karotte hinterher.

Motivation von außen ist dein Gehalt, damit du jeden Montag in die Arbeit kommst. Sie ist die letzte Zigarette, die du rauchst damit du länger lebst und die Goldmedaille, die im Ziel auf dich wartet.

Wenn du von außen motiviert bist, denkst du nicht „Cool, das mach ich gerne!“, sondern „Hey, was bekomm ich dafür?“

Alles was du extrinsisch motiviert machst, kommt von einem Anreiz oder einem Ziel, das du erreichen möchtest.

Motivation kann schnell verpuffen

Was motiviert dich wohl länger? Ist extrinsische Motivation womöglich sogar schlecht für dich? Hier ein kleines Beispiel:

Wir freuen uns immer, wenn wir in den Nachrichten von Boni der Top-Manager, aus heruntergewirtschafteten Unternehmen hören. Sie schicken viele Arbeiter gegen ihren Willen in einen „unbezahlten Urlaub“.

Geld kann ein schlechter Motivator sein, denn es verursacht oft unüberlegte Handlungen.

Statt Weitblick zu beweisen, lenken Menschen ihre Aufmerksamkeit dann auf ihre Boni und die Strategie, wie sie möglichst schnell an den Goldtopf gelangen.

Extrinsische Motive können die intrinsische Motivation auch zerstören — vorausgesetzt sie war jemals vorhanden. Das nennt man dann Korrumpierungeffekt.

Sobald Belohnungen auftauchen und du mit ihnen rechnest, nimmt die Selbstmotivation ab. Vermeiden kann man das, indem die Belohnung unerwartet kommt oder sie vom Erfolg des Teams abhängig ist.

Trotzdem, bei Anreizen von außen fehlt uns meist die Verbindung zur Sache. Du verspürst nur ein kurzes High, das relativ schnell verpufft.

Wie oft hast du schon Monate lang einem Kauf entgegengefiebert – Auto, Handy, Notebook, Schuhe, usw.

Meist verfliegt dein Triumph-Blick nach ein paar Tagen. Der wird dann zusätzlich von deinem negativen Kontostand getrübt.

Die Freude wartet scheinbar immer in der Zukunft. Dort angelangt, geht das Spiel wieder von vorne los.

Auch Euphorieschübe, die wir durch Filme oder unser Urlaubsgeld erhalten, sind nicht von langer Dauer.

Glaub auch nicht, dass man immer so klar trennen kann. Wenn du deine Arbeit gerne machst und dafür bezahlt wirst, sind beide Motive deine Treiber.

Selbstmotivation gibt dir Power

Mir geht es nicht darum extrinsische Motivation zu verteufeln. Ich möchte dir zeigen, welches Potenzial Selbstmotivation für dich bereithält.

Für manche Dinge braucht man einen verdammt langen Atem.

Du möchtest dein eigenes Unternehmen gründen, eine Ausbildung beginnen oder ein Buch schreiben?

Dann brauchst du Power.

Innere Anreize geben dir dauerhaften Antrieb. Wie du diese findest, erzähle ich dir weiter unten.

Verabschiede dich auch gleich von der Illusion, dass man das innere Feuer für alle Aufgaben entzünden kann. Du kannst sie entdecken, aber nicht verlagern.

Bei deiner Steuererklärung spürst du den Flow einfach nicht.

Aber es lohnt sich nach Tätigkeiten zu suchen, die dir von Natur aus Freude machen.

Wann bei mir der Flow einsetzt

Wenn ich den Aufnahmeknopf meiner Kamera drücke, dann setzt bei mir der Flow ein.

Schon als Kind konnte ich meine Finger nicht von Kameras lassen. Egal ob Foto- oder Filmkamera, mich freut es Momente festzuhalten und mich mit der Technik zu beschäftigen.

Der ganze Prozess, vom Einfangen der Bilder bis zur Nachbearbeitung, fasziniert mich einfach. Ich habe es in der Hand, was am Ende dabei raus kommt.

Je mehr Zeit ich mit dem Filmen und Fotografieren verbracht habe, desto besser wurde ich.

2016 hab ich mir eine Auszeit genommen und bin drei Monate durch die USA gereist. Die Kamera war immer dabei.

Schon während der Reise habe ich  alles geschnitten und auf YouTube hochgeladen.

Auch wenn kaum jemand die Videos angesehen hat und ich neben der Reiseplanung noch bis spät in der Nacht über dem Laptop gehangen bin, würde ich es sofort wieder tun.

Damals hatte ich mir einfach die Zeit dazu genommen.

Ich habe lernen gehasst

Was Lernen für mich bedeutet, habe ich erst spät erkannt.

Die meiste Zeit war es ein notwendiges Übel, das mir von außen aufgedrückt wurde — so sah ich es zumindest.

Lernen und ich, das war keine gute Kombi.

Erst während meines Studiums habe ich festgestellt, dass Neues zu lernen, sehr wohl Spaß machen kann. Ich kann mich in einem Buch genauso verlieren, wie beim Schneiden meiner Videos.

Seit damals versuche ich möglichst viel dazuzulernen. Seitdem ich weiß worauf ich meinen Fokus lege, fällt es mir viel leichter mich darin zu vertiefen.

Ich bringe mir die Dinge meistens selbst bei und freue mich auch in der Arbeit Neues zu lernen.

Wenn man etwas gerne macht, dann möchte man auch besser darin werden — auch wenn man dafür keine Gegenleistung bekommt.

Wo findest du Selbstmotivation?

Um Tätigkeiten zu finden, die du von Herzen gerne machst, musst du erstmal tief graben.

Sie liegen auf einer tieferen Ebene.

Um sie zu entdecken, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Willst du es wirklich?

Es ist enorm wichtig dir einmal klar zu werden, was du wirklich willst. Hinterfrage deine Motive. Stell dir Fragen:

  • Wie soll deine Zukunft aussehen?
  • Für welche Werte stehst du?
  • Hast du Alternativen?
  • Was sind deine Stärken und wo liegt deine Achillesferse?

Setz dich einfach mal für ein paar Stunden hin und denke darüber nach.
Nimm dir dann auch gleich Zeit dein Warum zu klären.

Lies dazu meinen Beitrag zu diesem Thema.

Hinsetzen und ausprobieren

Nach den ganzen Fragen, musst du einfach mal deinen Hintern bewegen und anfangen Dinge auszuprobieren.

Wenn du etwas noch nie probiert hast, kannst du nicht wissen ob es dir gefällt.

Niemand kann dir sagen, wo deine verborgenen Leidenschaften liegen.

Du kannst dir ewig den Kopf darüber zerbrechen, wie toll es nicht wäre, wenn du dieses und jenes machen würdest.

Ob du wirklich dein Ding entdeckt hast, merkst du erst, wenn du es eine längere Zeit gemacht hast.

Du glaubst, dass dein Flow im Schreiben verborgen liegt? Dann setz dich mal ein paar Wochen regelmäßig hin und schreibe — nur für dich. Ohne Ziel, ohne Belohnung, nur der Sache halber.

Gib dir die notwendige Zeit dafür.

Ändere deine Prioritäten. Leg die Fernbedienung weg, dreh Netflix ab und suche nach Dingen die dich erfüllen.

Überleg dir was du gerne machen möchtest. Das können 10 oder 20 Dinge sein.

Aber nur bei ein oder zwei, wirst du Erfolg spüren.

Mit Erfolg meine ich nicht, dass du etwas dafür bekommst, sondern von deiner Tätigkeit wirklich erfüllt wirst.

Wie erkennst du Selbstmotivation?

Eines kann ich dir versprechen: Wenn du findest, was dich aus deinem tiefsten Inneren motiviert, dann merkst du es.

Es ist nicht nur der Flow den du erleben wirst.

Du wirst morgens früher aufstehen, um mehr Zeit für dein Ding zu haben. Deine Energiereserven dafür sind fast unerschöpflich.

Du wirst gerne mit anderen darüber reden, mehr darüber lernen und automatisch mehr Zeit damit verbringen wollen.

Genieß die Zeit

Wenn du mal gefunden hast, was dich dauerhaft antreibt, dann lass es nicht mehr los.

Ich hab mir selbst oft nicht die Zeit dazu eingeräumt, um jenen Dingen nachzugehen, die ich gerne mache.

Entweder habe ich mir eingeredet es sei Zeitverschwendung oder andere Dinge darüber gestellt.

Auch wenn du am Anfang unsicher bist, mit der Zeit wirst du mit deinen Erfahrungen und Wissen wachsen.

Das ist überhaupt das schönste:

Wenn du innerlich motiviert bist und angetrieben bist, dann wirst du starkes Wachstum verspüren.

Du wirst dazulernen und Leute treffen, die deine Leidenschaft teilen.

Davon werden auch deine anderen Lebensbereiche profitieren, weil du dann einfach ausgeglichener bist.

Wichtig ist, dass du dir nicht von heute auf morgen erwartest, ein Experte zu sein. Du musst nicht Mr. Perfect sein.

Nur weil wir etwas gerne tun, haben wir noch lange keine Superkräfte.

Die Stimme in deinem Kopf

Motivation von innen ist ein langfristiges Geschenk. Sie sorgt dafür, dass du deine Pläne nicht gleich über Bord wirfst und dauerhaft Energie hast.

Es ist egal um was es geht.

Selbstmotivation ist die kleine Stimme in deinem Hinterkopf, die dich nicht in Ruhe lässt.

Das Gute daran ist, dass du dich freust, wenn sie dich nicht in Ruhe lässt. Betrachte Sie als deinen eigenen Motivationstrainer, der rund um die Uhr für dich da ist und dir sagt:

Mach weiter! Komm schon! Fang endlich an!

Leg los und mach das Beste aus deiner Zeit

Wenn du dein Leben wirklich verändern und Rhytmus in deinen Alltag bringen willst, musst du dran bleiben. Ich schicke dir dazu ab sofort regelmäßig Tipps und Storys, die dich motivieren. Trag dich ein und lerne:

➤ Wie du deine Ziele fokussiert verfolgst

➤ Wie du mit deiner Zeit besser umgehst

➤ Wie du dein Leben aktiver gestaltest

Ich freue mich schon darauf, dein Leben zu bereichern.

2019-05-17T10:22:53+01:00Lifestyle|0 Kommentare

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